Endlich war es so weit.
Nach einer kurzen Nacht weckte mich meine bessere Hälfte um 0:45. Während ich im Bad war bereitete sie mir noch schnell Kaffee zu. Um 1:32, nach der Verabschiedung ging es los um mich mit Köfi zu treffen. Etwa 15min vor der Ankunft teilte ich ihm per Handy mit, das ich die Autobahn gerade verlasse. Wie nicht anders zu erwarten, stand der Fritz schon bei seinem Wagen.
Schnell die Sachen umgeladen und ab in den Süden. Die fahrt verlief ohne Stau.
Umso näher Venedig kam, umso schöner wurde das Wetter. Obwohl laut Wettervorhersagen für die ganze Woche Regen angesagt war.
Kurz vorm Ziel, als wir den Po überquerten stockte es unseren Atem. Im Fluss trieben Unmengen an Holz und anderen Gegenständen.
Erste Befürchtungen kamen hoch. Neben den geplanten Guidings, unser Glück auf Karpfen und Waller auf eigene Faust zu versuchen wird es nicht spielen.
Gegen 8:20 erreichten wir Andys Camp. Nach einer sehr netten Begrüßung bezogen wir unseren Container. Als dies erledigt war, bekamen wir von Andys Mutter einen große Tasse Kaffee.
Sie sagte zu uns, dass wir das mit den 3Ausfahrten sehr geschickt gemacht haben. Da ahnten wir noch schlimmeres.
Auf unsere Frage wieso: kam es wie aus der Pistole geschossen "bei dem Wasserstand tut sich schon ein paar Tage so gut wie nichts".
Uns schlief immer mehr das Gesicht ein.
Nachdem auch der Andy und der Mario sich zu uns gesellten, erklärten uns beide, dass dies das größte Hochwasser seit rund 3Jahren sei.
Obwohl es Vorort nicht soviel geschüttet hat, war der Wasserpegel 3m über normal. Schuld daran waren die vielen Niederschläge weiter nördlich.
Als nächster wollten wir wissen wann die Ausfahrt für heute geplant sei?
Andys antwort: vor 17Uhr macht es keinen Sinn. OK, dann schauen wir uns bis dahin die Gegend an.
Wie wir so dahin schlenderten, entdeckten wir einen Seitenarm.
Dieser war mit einer Steinschüttung vom Po getrennt.
Jaaaaa, wir haben eine Stelle gefunden, wo wir doch unsere eigenen Karpfen- u. Welszeugeln auslegen können.
Nichts wie zurück zum Camp.
Gleich zum Mario um ihn mitzuteilen wo wir Zwischendurch fischen werden.
Doch anstatt positives von ihm zu hören, gab?s Niederschmetterndes.
Das ist das einzige Stück vom ganzen Po, das mit dieser Karte nicht befischt werden darf. Dieses Teilstück gehört der Gemeinde und dort gibt es wieder eigene Karten dafür. Da es in Italien ein Spießrutenlauf ist um an die Lizenz zu kommen, war es für uns abgehackt.
Also werden unsere Zeugl doch nur am Campteich zum Einsatz kommen.
Nach dem Mittagessen setzten wir uns an dem besagten Teich. Ein paar kleinere Gelbe gingen an Haken und unzählige Zwergwelse. Weiß keiner woher die kommen. Soweit so gut.
Endlich, es kam die lang ersehnte erste Ausfahrt. Mit dem Andy ging es rund 30min Stromabwärts zu einer durch das Hochwasser entstandene Bucht.
Ruckzuck hatte der Andy 9 Welszeugeln draußen, das große bangen und hoffen begann.
Als die Nacht hereinzog hörte man ab und zu raubende Welse. Auch die Gelben hatten ihren Spaß ?Laichzeit war angesagt?.
Auf den Ruten tat sich bis 21:45 nichts.
Plötzlich ein Riesen Schwall. Doch der Schwimmer taucht und taucht nicht ab. Etwa eine halbe Minute später ein zaghaftes Rollengeräusch. Jetzt kam doch etwas Unruhe im Boot auf.
Nachdem wir uns vorher geeinigt haben wer welche Ruten beim ersten Biss übernimmt, war ich mit dem Anschlag dran.
Danach wird bei jedem Biss abgewechselt, egal auf welcher Rute er ist. Doch der Anhieb ging leider ins leere und die einzige Brachse war nun auch dahin. Zum ersten Mal war ein Fluchen zu hören.
Halbe Stunde später wieder ein Rollengeräusch. Ist das ein Biss oder doch nur verursacht durch Treibholz. Doch auf verdacht schlug der Fritz?l an, wieder nichts.
Unser Guid hing noch eine Stunde dran, denn selbst er wollte nicht glauben das nichts geht.
Alle Ruten rein und zurück zum Camp
Hundemüde gingen wir gegen 1:30 ins Bett.
2ter Tag:
Nach einem ausgiebigen Frühstück machten wir uns mit dem Auto auf dem Weg zum kleinen Po.
Vielleicht finden wir doch eine Stelle wo wir ein paar Brachsen als Köder überlisten können. Im Camp wurde uns gleich gesagt, das bei diesem dreckigen Wasser keine Fische zum fangen sind. Aber es war halt ein Versuch und bei dem blieb es auch.
Pünktlich zum Mittagessen waren wir wieder im Camp. Es gab den berühmt berüchtigten SCHWEINSBRATEN. Schmatz, war der lecker.
Nach dem essen hockten wir uns wieder auf den Campteich. Ein paar Gelbe und Unmengen an Zwergwelse gingen an den Haken. Zwischenzeitlich zogen 2 Gewitter vorbei.
Das dritte taucht kurz vor der geplanten Ausfahrt auf. Zuerst nur Blitze und Donnergrollen, als dies aufhörte kam der große Schütt. 10min weise wurde die Ausfahrt verschoben.
18:00 Uhr, es hat aufgehört. Endlich es geht los. Diesmal mit dem Mario.
Neben Aale hatten wir auch zwei Karauschen mit.
Wieder ein Bucht angefahren die durch das HW entstanden ist. Boot wieder zwischen den Sträuchern abgespannt und raus mit den Ruten.
Andy meinte noch während dem Auslegen, da geht heute sicher was. Nachdem alle Ruten draußen waren, das gespannte warten.
Heute waren weit mehr Welsraubzüge zu hören. Nur unsere perfekt verteilten Köder wollte keiner nehmen.
Es war schon Finster, als uns plötzlich das surren einer Rolle das Adrenalin in die Höhe trieb.
Die Rolle jener Rute, wo der kleinste Aal drauf war und dieser nur einen halben Meter neben dem Boot.
*Gib eam ane*, schrie ich zum Fritz.
Das lies er sich nicht zweimal sagen, Bremse zu und Rummmms- schon bog sich die Rute zum Halbkreis.
Die Freude war bei uns Riesengroß als der 149er im Boot auf der Plane lag. Wenns auch für viele nur ein kleiner ist.
Ein paar Fotos und wieder rein ins kühle Nass mit ihm.
Da geht heute noch was, meinte der Mario.
Keine halbe Stunde später, gerade als ich Augenpflege machte meinte der Mario aufgeregt: Das gibt`s ja nicht!
Da verschwindet ein Schwimmer und die Rolle bleibt stumm.
Etwa 20sec später gab es wieder ein Rollenklicken. Andy meinte nimm die Rute, schau das du die Schnur etwas spannen kannst und dann Schlag an was geht.
Gesagt getan, Freilauf zu ein paar Kurbelumdrehungen und Tschack ein Anhieb. Mario meint aufgeregt gib ihm noch mal eine. Bei diesem Anhieb begann sich endlich die Rute zu biegen.
Von ungefähr 30Meter Entfernung holte ich dann einen 110er zum Boot, den der Fritzl dann reinzog. Der Bursche hat doch glatt eine 30er Karausche eingesaugt.
Zwar nur 110cm, aber ich freute mich wie ein Schneekönig. Zwei, drei Fotos und ab mit ihm in seine gewohnte Umgebung.
Danach war Schluss mit lustig, so machten wir uns kurz nach zwölf auf den Weg zum Camp.
Der 3.Tag begann wieder mit einem gepflegten Frühstück.
Im Gegensatz zum Vortag blieben wir bis zur abendlichen Ausfahrt im Camp.
Am Teich waren die Gelben in Beißlaune.
Roberts Kugeln brachten 8Fische, der schwerste mit 9,5kg.
Um 17 Uhr die letzte Guidingtour. Dies war die ruhigste von allen. Außer Krötengequacke war nichts zu hören.
So endete am nächsten morgen, nach dem Frühstück der erste Potripp.
Und noch einen Dank an den Köfi. Macht immer wieder Spaß mit dir ein paar Tage am Wasser zu verbringen.
Fotos:
AndysWallercamp_
AndysWallercamp_1
AndysWallercamp_2
AndysWallercamp_3
AndysWallercamp_4
AndysWallercamp_5
AndysWallercamp_6
AndysWallercamp_7
Containerzimmer
Boote
Boote_1
Bootssteg
Bootssteg1
Bootssteg2
Holzaal
Holzaal1
Campteichanlage
Fischen_Campteich
Fischen_Campteich1
Fischen_Campteich2
Gelber bleibt Sieger
warten aufs Mittagessen
Ausfahrt mit Andy
Ausfahrt mit Andy1
Ausfahrt mit Andy2
Ausfahrt mit Andy3
Fischen am kleinen Po
Fischen am kleinen Po
das wärs
Aal ausfassen
2te Ausfahrt
149cm
Meinereins
110er Landung
110cm
letzte Ausfahrt
letzte Ausfahrt1
letzte Ausfahrt2
editiert von: gera, 27.05.2008, 10:49 Uhr
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