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Zwei Wochen im Land des Espresso?s  Unten



  • Am Freitag, den 14.9. ging es am Abend los zum Lago di Santilli, wo wir bereits von Giulio, dem Teichbesitzer, erwartet wurden. Nach einer harten, ca. 11-stündigen Nachtfahrt, kamen wir gegen 05:30 am See an und freuten uns schon auf eine gemeinsame Session mit Giulio am Lago di Scandarello, den er uns empfohlen hatte. Doch kurz nach unserer Ankunft mussten wir leider erfahren, dass durch den trockenen Sommer dieser kleine Stausee auf ein Minimum abgelassen worden war und somit an fischen nicht zu denken war. Schöne Bescherung ......aber auch nicht tragisch, dachten wir, da der Lago di Santilli ein schönes Gewässer mit ca. 16 ha Wasserfläche ist und hier ließ es sich 2 Wochen aushalten!
    Da wir schon einige Erfahrung an diesem kleinen See sammeln konnten, hofften wir auf gute Fänge um diese Jahreszeit. Nach kurzer Erkundung stellen wir fest, dass er seit unserem letzten Besuch um ca. 1,5m abgesunken war. Bei einer durchschnittlichen Wassertiefe von ca. 8-9 Meter dachten wir aber nicht daran, dass das große Auswirkungen auf das Fressverhalten unserer ?Freunde? haben sollte.

    Nach kurzem Überlegen entschieden wir uns für einen Platz in Nähe der Brücke, die über diesen See führt. Mittags hatten wir um die 35 C° im Schatten und somit nicht ganz die Temperatur, die wir um diese Zeit erwartet hatten! Nachdem wir es endlich geschafft hatten unser Tackle aufzubauen und alle 8 Ruten mit dem Futterboot auszulegen, war noch ein stärkendes Mahl angesagt. Kurz nach Einbruch der Dunkelheit fielen wir dann todmüde auf unsere Liegen. Die erste Nacht verlief ruhig und wir konnten glücklicherweise unser Schlafdefizit aufholen. Am nächsten Morgen hieß es dann erst mal Schlauchboot und Echolot klar machen und unseren Platz genauer unter die Lupe zu nehmen. Die Spots waren schnell gefunden und die Fallen ausgelegt, das Warten begann erneut.
    In dieser Nacht konnte Jochen auf dem Plateau Nähe der Brückenpfeiler einen Run verzeichnen, der Fisch stieg aber leider nach einem harten Drill aus. Doch das Glück war ihm in der 2. Nacht hold und er konnte nach einem heftigen Drill über etwa 25 Minuten einen schönen Schuppenkarpfen mit 18,9 kg landen ! Feiner Auftakt, dachten wir, doch leider sollte das der letzte Fisch bis auf weiteres gewesen sein. Die nächsten beiden Tage konnten wir keinen Gelben mehr auf die Matte legen.

    Am Dienstag hatte dann Giulio Zeit für uns und wir packten kurzerhand unser Tackle, um mit ihm gemeinsam 3 Tage am Lago di Ventino zu fischen. Ein wirklich schöner See mit ca. 10 ha, mitten in einem Tal gelegen. Dazu ist er noch von Schilf und einem ca. 10 m breiten Seerosengürtel mit armdicken Wurzeln gesäumt. Nicht einfach zu befischen und ohne Boot hatte man hier keine Chance, einen Fisch zu landen! Leider war kein Zelt erlaubt, aber mit 2 Planen bauten wir uns eine Unterkunft, in der wir die nächsten beiden Nächte verbrachten. In der ersten Nacht konnte ich gleich 3 Fische bis ca. 12 kg fangen Jochen und Giulio gingen leider leer aus. In der zweiten Nacht zog dann auch noch Jochen einen Schuppler mit ca. 10kg an Land. Unser Italiener hatte bedauerlicherweise kein Glück, denn ein guter Fisch stieg ihm nach kurzem Drill aus. Alles in allem war es wirklich eine gelungene Kurzsession, in der wir viel Spaß hatten! Versucht euch mal mit einem Italiener zu verständigen, der kein Wort deutsch oder englisch spricht und wir keines italienisch! Ich kann euch versprechen, das ist sehr amüsant!
    Am Donnerstag packten wir unsere 7 Sachen. Giulio machte sich auf den Weg nach Hause und wir beide fuhren zurück zum Lago di Santilli.
    Dort angekommen, ?bezogen? wir wieder unsere Zelte und legten die Ruten aus. Mit der ganzen Schlepperei waren wir abends endlich fertig und hofften auf die folgende Nacht, denn in den letzten beiden Tagen hatte es endlich abgekühlt.
    Doch wieder schliefen wir gut und fest, nur einer der Störe konnte Jochens Murmel nicht widerstehen.
    Um die Mittagszeit, bei angenehmen 26 C°, legten wir dann erneut unsere Ruten aus. Am späten Nachmittag war es endlich soweit und plötzlich, schon fast unerwartet, gab mein Delkim seine ersten Laute von sich. Nach 5 Tagen ohne Karpfenaktion am Lago di Santilli war der Sprint zur Rute in Millisekunden geschafft und ich konnte den Anschlag anbringen. Der sitzt ! Und ganz ruhig, dennoch mit viel Druck, ohne eine einzige Flucht zieht der Fisch von links nach rechts und kommt mir dabei langsam immer näher. Wer schon dicke Fische von einer Tiefe über 6 Meter ?gepumpt? hat, wird es nie vergessen! Als ich ihn das erste Mal an der Oberfläche sah, stockte mir der Atem. Giulio, dem an seinem See nichts entgeht, war bereits herbeigeeilt und ich hörte ihn sagen: ?Big fish?. Dann war er endlich gekeschert. Gemeinsam hievten wir den Fisch über die Böschung und legten ihn vorsichtig auf die Matte. Wahnsinn, was für ein Spiegler !
    Die Kamera lag bereit und Jochen schoss ein paar Fotos. Nachdem wir ihn mit Klinik versorgt hatten, kam die Waage zum Einsatz, die sich bei unglaublichen 22,4 kg einpendelte.
    Ich war überglücklich, mein neuer PB - und das nach 5 Tagen ohne Karpfenaktion????
    Was willst du noch mehr, dachte ich. Zu dieser Zeit wusste ich ja nicht, wie die nächsten Tage laufen würden????.

    In der darauf folgenden Nacht kamen Wolfgang und Christoph nach Italien, um die nächste Woche gemeinsam mit uns den Lago di Santilli zu befischen.

    Am nächsten Morgen traute ich meinen Augen nicht, denn der ganze See war voll besetzt und somit bauten die beiden ihre Pods und Zelte kurzerhand neben uns auf. Anfänglich waren wir ein wenig sauer, doch es war klar, dass wir ab Sonntagabend den See wieder fast für uns alleine haben sollten. Denn es waren ausschließlich heimische Angler gekommen, die nach dem Wochenende wieder in die Arbeit mussten.
    Christoph konnte gleich am ersten Tag einen Stör und leider auch einen Aussteiger verzeichnen, die Nacht verlief dennoch ruhig.
    Am nächsten Tag, wir hatten gerade gegessen und saßen bei einem ?Mittagsplauscherl? zusammen, blickte ich kurz zu meinem Pod rüber und sah noch, wie sich die Spitze der bereits erfolgreichen Rute nach außen krümmte. Als der erste ?Biep? meines Bissanzeigers ertönte, stand ich schon neben dem Pod und nahm die Rute auf. Anschlag, sitzt ! Der Fisch machte ähnlich viel Druck, wie der erste und das gleiche Spiel begann aufs Neue. Links, rechts, links, rechts und dabei kam er immer näher. Jochen, Christoph und Wolfgang standen hinter mir und als er das erste Mal auf ca. 1 Meter Wassertiefe drehte, hörte ich nur: ?Das ist wieder ein Dicker!? Als er dann die Oberfläche durchbrach und Jochen langsam den Kescher unter den Fisch schob, wusste ich es bereits und sagte: ?Das kann nicht wahr sein, das ist der selbe Fisch, den ich schon gefangen habe!? Dieser Spiegler hatte definitiv eine Vorliebe für meine 28mm-Tuna Kugel und ich konnte ihn innerhalb 42 Stunden 2 mal fangen! Wahnsinn??nach diesem Erlebnis stießen wir natürlich kräftig an!

    Ein paar Stunden später war dann moven angesagt, natürlich blieben Jochen und ich am Platz, aber da bereits einige Angelstellen frei waren, entschieden sich Wolfgang und Christoph, sich noch vor der Dämmerung am gegenüberliegenden Ufer zu platzieren, da die einheimischen Kollegen in den letzten beide Tagen mehr Aktion auf der anderen Seite des Sees hatten.
    In den darauf folgenden Tagen wurden gerade mal 2 Störe und 2 Karpfen gefangen. Christoph und Wolfgang durften sich nun auch endlich in die Karpfen-Fangstatistik eintragen, doch bei Jochen und mir lief es gar nicht gut. Wir hatten eigentlich den Entschluss gefasst, auch auf die andere Seite zu wechseln. Doch vorher mussten wir noch unsere Essensvorräte nachfüllen, also ab in die Stadt, zum Supermarkt. Christoph und ich waren dieses Mal dran und als wir nach 3 Stunden wieder zurückkamen, erwartete uns Jochen schon sehnsüchtig. Nicht etwa vor Hunger, nein, er hatte nun endlich wieder einen Karpfen an den Haken bekommen und da durfte das Foto natürlich nicht fehlen !
    Wir entschlossen uns, die nächste Nacht noch hier zu verbringen, doch wenn in dieser nichts passierte, hieß es moven ! Wir legten uns relativ früh auf?s Ohr, da wir ja morgen früh raus müssten, doch alles kam anders??
    Um 23:30, ich war bereits im Land der Träume, ertönte endlich einmal das süße Lied
    meines Delkims und kurze Zeit später stand ich wieder mit der selben Rute am Ufer. Das konnte doch nicht zum 3. Mal,????..
    nein, denn der Fisch zeigte deutlich mehr Gegenwehr und nahm mir einige male, Meter um Meter, Schnur von der Rolle. Als ich ihn dann nach einem harten Drill in Ufernähe hatte, war auch Jochen endlich wach und kam mir zu Hilfe, um ihn dann kurze Zeit später über den Kescherrand zu führen.
    Beim ersten Blick mit der Kopflampe in den Kescher sah ich bereits, dass es wieder ein guter Fang war und als der Fisch dann auf der Abhakmatte lag, sah ich seine ganze Größe. Wahnsinn?.., nach der nächtlichen Fotosession wurde zur Waage gegriffen und der Schuppi brachte es auf stolze 20,4 kg. Mein neuer Schuppi PB, Hammer !
    Dieses Erlebnis hielt mich für die nächsten 3 Stunde wach und ich blickte lange in den Nachthimmel, während Jochen wieder im Land der Träume war. Das musste ich erst verdauen, ??. gerade einmal ?2? Fische in 7 Tagen, aber was für welche !!!
    Endlich wieder eingeschlafen, ertönte das Signal schon wieder! Aber dieses mal nicht bei meinen Delkims. Wir hatten einen unserer Bissanzeiger beim anderen angemeldet, um so auch nachts in Kontakt zu bleiben. Ich wusste gleich, das Jochen ?Hilfe? brauchte. Als ich dann neben ihm stand, hatte er den Karpfen bereits ausgedrillt und schnell wurden ein paar Bilder von dem schönen 13,6 kg Schuppi gemacht !
    Nach einem kurzen nächtlichen Gespräch war dann auch klar, dass wir am nächsten Morgen ausschlafen könnten, denn der ?Umzug? wurde abgeblasen.

    Der nächste Tag und die darauf folgende Nacht verliefen bei uns leider wieder ohne Aktion, aber was soll man machen. Am späten Morgen kam Christoph vorbei, der uns von seinen nächtlichen Fängen zu berichten hatte. Er konnte zwei schöne Amurkarpfen landen, einer der beiden mit fast 15 kg. Leider hatte er auch von einem Doppelrun zu erzählen, bei dem ihm beide Fische ausgestiegen waren, aber das machte wieder Mut für die letzten 3 Tage.

    Jochen hatte nun einen ?guten? Platz an der Krautkante gefunden und in der Nacht von Mittwoch auf Donnertag konnte er wieder 2 Störe und den kleinsten Karpfen dieser Session überlisten, der noch immer 9,8 kg auf die Waage brachte !
    Am nächsten Morgen, wir saßen gerade bei einer Tasse Kaffe zusammen, bekamen wir wieder Besuch, dieses mal waren Christoph und Wolfgang vorbeikommen.
    Da das Grinsen auf Christophs Gesicht nicht zu übersehen war, wussten wir gleich, dass er zugeschlagen haben musste. Er ließ sich auch nicht lange bitten, und schon bestaunten wir die geschossenen Fotos, denn kurz vor Mitternacht hatte er einen Traumspiegler mit 25,7 kg gefangen! Auch Giulio war vorbeigekommen und wir stießen mit einer guten Flasche Wein auf diesen Fang an!

    In den letzten beiden Nächten, konnte dann noch Wolfgang einen schönen Amur und einen kleineren Schuppi fangen, doch für Christoph und mich war es anscheinend genug, denn wir beide gingen bis zur Heimfahrt leer aus.
    Jochen hingegen verzeichnete an ?seiner? Krautkante noch einige Bisse und fing zwei weitere schöne Schuppenkarpfen mit 11,5 und 13,4kg.
    In der letzten Nacht um 03:00 Uhr weckte mich nochmals Jochens Delkim und ich ?schlafwandelte? zu seinem Platz rüber, wo ich kurz darauf den letzten Karpfen dieser Session keschern durfte. Jochen hievte den Fisch die Böschung hoch und ich trug in zur Abhackmatte. Dort sah ich erst, wie gut dieser abgewachsen war und nach der obligaten Fotosession ließen wir den Fisch wieder in sein Element zurück. Jochen war überglücklich, noch so kurz vor der Heimfahrt diesen dicken Schuppler mit 21,1 kg gefangen zu haben!

    Am Samstagmorgen ging es dann wieder Richtung Heimat, natürlich nicht, ohne sich von unserem Freund Giulio bei einem klassischen italienischen Espresso verabschiedet zu haben. Am Ende waren sich alle einig: Obwohl wir bei weitem nicht so viel fangen konnten, wie bei den letzten Besuchen, wird dieser Trip doch unvergesslich bleiben!



    In diesem Sinne,
    lg Pauli Party (15) Party (15) Party (15)



    lg
    Pauli

    GO FISHING, eat and sleep in-between - THAT S MY DREAM
  • Zuerst nochmal Petri zu euren Fängen.
    Pipfeinen Bericht hast du uns da zukommen lassen.
    Perfekt top1


    http://geras-angling.blogspot.com/
    http://muddybanks-fishing.blogspot.com/
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