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Interview mit Robert Klein "Full Pull"!!!  Unten

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  • Anbei liebe User und Freunde des www.donaufischer.at ein kurzes Interview mit dem Mr. Boilie aus Österreich ? Robert Klein! Er ist Boiliehersteller der ersten Stunde und gibt in einem anderen Thread Auskunft bezüglich aller Fragen, die mit der Herstellung und Inhaltsstoffe unserer ?Murmeln? zu tun haben!


    1. Hallo Robert - Recht herzlichen Dank, dass du für unsere User ein paar
    Fragen bezüglich der Boilies und deren Herstellung beantwortest! Die
    meisten hier werden Dich ohnehin kennen - für die, die Dich nicht kennen
    stelle Dich bitte kurz vor!


    Robert Klein: Hallo an die geschätzten Leser !


    Mein Name ist Robert Klein, manche nennen mich bereits Full Pull-Robert. Ich
    bin 46 Jahre alt und stelle meine Boilies seit November 1984 selbst her.

    Der Beginn der Boiliefischerei war für mich in der Form, dass ich in ein
    bekanntes Wr. Angelsportgeschäft ging und mir der Verkäufer dort eine
    knallrote, steinharte Kugel unter die Nase hielt und meinte, "das ist der
    neue Karpfenköder". Verwundert teilte ich ihm mit, dass es offensichtlich
    keinen Sinn macht, sich dem Alkohol zu verschreiben..............! Mir wurde
    ein Buch übergeben wo ich das Geheimnis über Boilies nachlesen könnte. Der
    Nachteil an diesem Werk war aber, dass es ausschließlich in englischer
    Sprache verfasst war............

    Ich blätterte und konnte einige "Rezepte" sehen. Die Begriffe wie Kasein,
    Lactalbumin, Sojaisolat, etc.....waren bisdahin nicht geläufig.

    Aufgrund des Gelesenen wurden die ersten Versuche gestartet und alle Kugeln
    mit der Hand gerollt. Das passierte in der Form, dass der Teig angefertigt
    wurde (mir kam zu gute, dass ich gelernter Koch bin und daher schon wusste,
    wie man Teige behandelt) Es wurden Teigstränge hergestellt, mit der
    Teigkarte in Teiglinge gestochen und schlussendlich zwischen den Handflächen
    zu Kugeln gerollt. Wie mir bekannt wurde, war es nicht notwendig Unmengen zu
    füttern. Gezählte 100 Kugeln wurden angefüttert.

    Da die Neugierde immer grösser wurde, ob dieser Köder auch tatsächlich
    funktionieren würde, war es kaum erwartbar, bis die Fischerei endlich
    losgehen würde. Die Montagen waren damalig so, dass das Haar am Hakenbogen
    gebunden wurde. Der Line-Alinger war noch nicht erfunden.

    Schliesslich kam der 1.3.1985 und der Angelplatz war entsprechend
    vorbereitet.

    1.3.1985, um 05.30 Uhr, wurde die "Montage" ausgeworfen und das "Bummerl"
    eingehängt. Es hatte minus 2 Grad C, Schneesturm -(orkanartig) und war alles
    andere als wirtlich.

    Um 05.45 Uhr, knallte das Bummerl an die Rute und aus der Rolle "rauchte es
    heraus"! Freilaufrollen waren noch nicht am Markt, sodass ich damalig Abu
    Cardinal C 55 fischte. Die Bremse wurde leicht eingestellt, sodass die
    Flucht ohne Verlust der Rute passieren konnte.
    Es war ein Spiegler mit 7 Kg. Das war mein erster Boiliekarpfen und ich war
    von diesem Köder überzeugt. Nun begann das Tüfteln, Geheimniskrämen, das
    Experimentieren und vor allem das Rollen, Rollen, Rollen und das alles
    zwischen den Handflächen.

    Bis Heute sind dann doch schon einige Tonnen Kugeln "durch meine Hände
    gegangen".


    2. Wie schätzt Du das Karpfenpotential der Donau und deren Nebengewässer
    ein?


    Robert Klein: Das Karpfenpotential ist sicher einigermassen gross, wobei ich aber
    einschränke, dass ich vom Strom (Donau) keine Erfahrungen habe, da ich diese
    selbst nie befischt habe. Ich denke aber, wenn den Fluss jemand mehr oder
    weniger intensiv befischt, ist es durchaus möglich, dass dort Sternstunden
    erlebt werden können. Grundsätzlích war Mitte der 80er Jahre ein
    unwahrscheinliches Potential in den Gewässern, die ich befischte. Es war
    keine Seltenheit dass man an einem Tag 10-15 Bisse hatte, das Fischgewicht
    war durchschnittlich jenseits der 10 Kg.............!!!!!! Diesbezüglich hat
    sich sicher einiges verändert, doch aufgrund von "fangen und zurücksetzten"
    ist meiner Meinung nach, noch immer genügend Bestand vorhanden um regelmäßig
    gute Fische zu fangen.


    3. Deine Meinung über Partikel? Welche Partikel verwendest Du?



    Robert Klein: Deine Frage zu Partikel möchte ich so beantworten, dass ich persönlich nicht
    all zuviel davon halte, ich verwende sie, wenn überhaupt nur um möglichst
    schnell Fische auf den Platz zu bekommen. Wenn ich Partikel verwende, nehme
    ich Kukuruz. Die Fütterung erfolgt von mir grundsätzlich mit Pellets und
    Boilies.


    4. Deine Meinung zu Pellets?

    Robert Klein: Pellets mag ich persönlich recht gerne, da sie eine Futterquelle darstellen
    und anderseits "Wolkenfutter" sind. Je nach Mischung des Pelletmixes, lässt
    sich in der Produktion auf das Gewollte eingehen. Es würde den Rahmen
    sprengen, detailliert über die Herstellung zu schreiben. Mein Fazit zu
    Pellets ist, dass ich sie sehr gerne verwende.



    5. Welche Zutat sollte in keinem Boiliemix fehlen?


    Robert Klein: Generell lässt sich diese Frage nicht beantworten. Das heisst, ein Mix
    sollte ausgewogen sein. Am einfachsten ist die Drittelung eines Mixes: 1/3
    Milchprodukte, 1/3 tierische Produkte, 1/3 pflanzliche Produkte. Wollte man
    es spezifisch auf ein Produkt fokussieren, würde ich sagen, hochwertige
    Milchprodukte (Kasein, Lactalbumin) sollten nicht fehlen.



    6. Was soll/muß ein Boilie können? Machst Du Tests im Wasserglas um zu
    sehen, wie ein Boilie "arbeitet"?



    Robert Klein: Zur Frage was ein Boilie können muss/soll ist die Antwort einfach: ein
    Boilie sollte für den Fisch leicht verdaulich und bekömmlich sein.
    Wasserglastest´s mache ich an sich nicht, da ich nichts erkennen kann. Ist
    die Kugel relativ hart ausgetrocknet erkenne ich im Wasserglas, dass nach
    dem Einbringen Feuchtigkeit aufgenommen wird und dadurch Luftbläschen
    austreten. Wollte man es werbestrategisch sehen, könnte man sagen, das das
    Boilie "arbeitet".



    7. Wie geht es mit Deiner Firma weiter? Hast Du dein Hobby zum Beruf
    gemacht, oder nervt die Rollerei genauso wie jede andere "Hockn"?



    Robert Klein: Nun, mit der Firma geht es so weiter, dass die neue Rollanlage fertig
    gestellt ist und die Feuertaufe absolut überzeugend verlaufen ist. Es können
    die Grössen 15, 18, 21 und 25mm hergestellt werden. Die Maschine läuft im
    Vollautomatikbetrieb, was aber nicht heisst, dass nicht noch genügend Arbeit
    überbleibt.
    Die Expansion geschieht kontinuierlich nach oben, die Anfragen und Aufträge
    werden so gesehen täglich mehr.

    Es war durch die Anschaffung der neuen Rollanlage administration
    erforderlich, Wunschmixe nur noch ab 50 Kg Trockenmix zu rollen. Die Grösse
    des Extruders wurde so gewählt, dass etwa 3 Kg Teig in den Schnecken
    zurückbleibt. Bei einem Wunschmix von 10 Kg müsste die gesamte Maschine mit
    den 2 Schnecken zerlegt, gewaschen und wieder zusammengebaut werden. Der
    Zeitaufwand ist mit etwa 20 Minuten zu bemessen. Aus arbeitstechnischen
    Gründen musste diese Maßnahme getroffen werden.

    Von Full Pull werden 20 verschiedene Fertigmixe angeboten und bin ich der
    Meinung, dass diese Auswahl reicht um erfolgreiche Tage am Fischwasser zu
    verbringen.

    Grundsätzlich konnte ich tatsächlich mein Hobby zum Beruf machen. Nerven tut
    die Rollerei grundsätzlich nicht. Zugegebenermassen, in der Saison ist es
    die meiste Zeit stressig- dadurch auch nervig.

    Ich wünsche den geschätzten Lesern ein gesundes und erfolgreiches
    "Angeljahr".

    Lg.
    Robert
    Full Pull


    Wir vom Donaufischerteam bedanken uns recht herzlich!!!





    editiert von: Raskolnikov, 13.02.2007, 08:30 Uhr
  • echt tolle sache willy die du da aufziehst.
    war wirklich eine gute idee full pull robert zu einem interview zu bitten.
    bin froh das du es geschafft hast in für diesen schritt zu bewegen.

    robert versuchte es eigentlich schon früher einmal den boiliefischern die wuzlerei ein wenig näher zu bringen.
    nur kamen die ganzen möchtegerne hunter daher und robert wurde eigentlich nur mehr beleidigt und beschimpft.
    so sagte er sich das habe ich nicht nötig mich von minderjährigen fratzen beleidigen zu lassen.
    hoffe es kommen jede menge fragen, den robert redet mindest so gerne wie er boilie produziert.

    gruß
    big tom



    Es ist nicht genug zu wissen,
    man muss auch anwenden;

    es ist nicht genug zu wollen,
    man muss auch tun.
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