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Die Donau Teil 2  Unten

  • Im zweiten Teil meines Berichtes möchte ich über die Altarme der Donau schreiben. In den letzten 10 Jahren konnte ich einiges über die Karpfen in solchen Gewässern herausfinden.


    Auch bei meinen ersten Gehversuchen in diesen Gewässern sah ich ziemlich alt aus. Es war Anfang Juni ich packte meine sieben Sachen um eine Erkundungstour zu starten. Mit dabei natürlich auch meine Lotrute .Im Vorfeld informierte ich mich bei Roman, wo interssante Stellen sind. Dank seiner Beschreibung fand ich mich schnell zurecht.

    .Ich montierte meine Lotrute wie folgt ein 80 gr. Blei wird aufgefädelt dazu eine Perle und am Ende der Schnur eine Lotpose (Solar ,Fox, ec.)Man wirft einfach aus spannt die Schnur dann misst man sich den Abstand vom Spulenkopf bis zum ersten Ring Sollte der Abstand kein gerade Zahl ergeben musst du dir eine Markierung setzen zB .bei 70 cm dann Freilauf einschalten und immer Schnur vom Spulenkopf bis zur Markierung geben, bis die Pose an der Wasseroberfläche erscheint. Dann zählst du zusammen wie oft du diesen Vorgang gemacht hast zB.5 mal, also 70cm mal 5 = 3.50m .Für die ganz Genauen unter euch: man kann sich auch alle 10 cm eine Markierung machen dann hat man es ganz genau.

    Ich warf also das erste Mal aus Spannte die Schnur und ermittelte eine Wassertiefe von 3.30m. Ich dachte nicht schlecht ,denn in diesen Altarmen der Donau sind solche wassertiefen sehr selten. Ich wollte die Schnur wieder spannen und einen Meter mehr einholen. Dabei spürst du gleich die Beschaffenheit des Grundes. Bei mir war ein leichtes Rumpel zu spüren, dann hing die Schnur lose durch und die Pose kam zur Oberfläche.

    Was ist das? Wahrscheinlich einen schlechten Knoten gemacht. Zum Glück hatte ich noch eine zweite Pose mitgenommen. Wieder montierte ich Blei, Perle und Pose nach dem Motto Neues Spiel neues Glück. Ja das Spiel wiederholte sich, nur das Glück blieb aus, denn die Schnur wurde schon beim Spannen gekappt

    ?Was ist da los ??dachte ich mir, So etwas habe ich noch nie erlebt. An eine Steil abfallende Muschelbank hatte ich zu diesem Zeitpunkt natürlich nicht gedacht Drei Tage später war ich wieder am Ort des des Geschehens. Nur jetzt sahs ich in einer Holzzille und schaute in den Monitor eines Echolotes.

    Jetzt wurde mir einiges klar. Ihr müsst euch vorstellen der Altarm ist an dieser Stelle ca. 70 Meter breit und genau in der Mitte ist diese Muschelbank. Auf der einen Seite beträgt die Wassertiefe 3.30m, auf der Muschelbank 1.80m und zum Ufer, hin wo ich gestanden bin, wird es dann langsam immer flacher. Also warf ich über die Muschelbank ins tiefe Wasser und zog die Schnur genau über die Muscheln. Das Ergebnis ist uns bekannt.

    Zum Glück fischte ich nicht einfach drauf los. Hätte ich einen Karpfen gehakt, wäre ein Schnurbruch nicht zu vermeiden gewesen.

    Was ich noch bemerkte, waren so komische Schatten am Monitor, die ich nicht zuordnen konnte. Es waren kleine spitze Erhebungen, ca. 50cm hoch.

    Die Stelle wurde von mir beobachtet und es war eindeutig: die Karpfen kamen regelmäßig vorbei um sich zu laben. Mit Rollen an der Oberfläche wurde das lautstark unterstrichen. Also den Spot hatte ich gefunden, nur meine Strategie hatte noch jede menge Lücken. Wie sollte ich das Problem mit den Muscheln in Griff kriegen. Es war klar, das Schlagschnur alleine nicht ausreichen würde, es musste was anderes her.
    Ich erinnerte mich, dass ich irgendwo einmal einen Bericht über solch eine eine Montage gelesen habe. Ich stöberte in meinen Unterlagen (Karpfenscene Carpmirorr) herum, wurde aber nicht fündig. Irgendwann an einem Abend fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Ich hatte es in der Bibel gelesen, natürlich die von Kevin Medoks.

    Nur Medoks verwendete so eine Montage am Casein um die Schnur von den Wurzeln fern zu halten. Aber ich musste feststellen dass diese Montage nur bedingt zum Werfen geeignet ist. Aus diesem Grund nahm ich einige Änderungen vor. Zuersten Bespulte ich meine Rollen mit 50iger Hauptschnur dann knüpfte ich einen Stopper aus geflochtener daran. Jetzt wird eine Perle der Schwimmkörper und noch eine Perle aufgefädelt. Die zweite Perle dient dazu, dass sich der Schwimmkörper am Antitangleschlauch nicht festsetzt. Zum Schluss noch ein Savty clip und das Ganze ist fertig.

    Ihr fragt euch sicherlich warum ich mich für eine 50iger Mono und nicht für eine Schlagschnur entschieden habe. Ganz einfach wegen dem Schlagschnur Knoten Denn der passt einfach durch keine Perle und schon gar nicht durch das Röchen vom Schwimmkörper. Bei einem Schnurbruch hinter dem Knoten hätte das fatale Folgen für den Karpfen.

    Jetzt konzentrierte ich mich aufs Füttern. Eine Mischung aus Erdnüssen Tigernüssen und Boilies sollen die Karpfen zum Fressen animieren. Die Boilies bestanden aus einen Birdfoot Mix, Monstercrap Schellfisch von Haschi. Es war Mitte Juni also dürfte es ein bisschen mehr Futter sein. So entschied ich mich für 2kg Erdnüsse, 2kg Tigers und genau so viel von den stinkenden Knödeln. Ich fütterte immer zur gleichen Zeit um 6Uhr morgens. Natürlich hat das seinen Grund, erstens konnte ich das Füttern immer auf dem Weg zur Arbeit einbinden, und zweitens hatte ich vor die Morgenstunden auszunutzen.

    Nun war es soweit. Ich konnte meine theoretischen Hirngespinste einen Praxistest unterziehen. Sonntag 4uhr morgens alles war wie immer nur am Ufer sahs ein Petrijünger neben seinen zwei Ruten. Es war einfach ein tolles Gefühl zu wissen, dass man gut vorbereitet ist.

    Eine Kleinigkeit war da noch, ich wusste noch nicht genau, auf welche Tiefe ich den Schnurstopper einstellen sollte. Ich entschied mich auf 3,60 Meter, also 30cm mehr als die tatsächliche Tiefe hinter der Muschelbank. Ich warf die erste Rute aus und schwup die Pose durchbrach die Wasseroberfläche. Bei leichter Schnurspannung verschwand sie wieder. Nebenbei bemerkt, kann natürlich Punktgenau angefüttert werden. Das ist für die kalte Jahreszeit ein riesiger Vorteil denn wer fummelt schon gerne in Klebrigen Pva Tüten mit steifgefrorenen Fingern herum.

    Nun sahs ich am Ufer und harte der dinge die noch kommen sollten. Da durchbrach der erste Karpfen die Wasseroberfläche Jetzt könne es nicht mehr lange dauern dachte ich, und keine 10 Minuten später stand ich mit gekrümmter Rute in der Hand und drillte meinen ersten Fisch aus diesem Gewässer. Es war ein Schuppi mit 8,10kg. Aber leider blieb das der einzige Fisch an diesem Vormittag. Nächsten Samstag war ich wieder zur Stelle. Um 5,30uhr rollte der erste Fisch direkt vor meine Füßen 3mal hintereinander. Nach kurzer Zeit wiederholte sich das Schauspiel. Nur diesesmal war der Fisch ein schönes Stück größer. Doch meine Bissanzeiger blieben stumm. Ich verstand die Welt nicht mehr, irgendwas muss ich tun, dachte ich mir. Also entschied ich mich, eine Rute im Nahbereich auszulegen. Doch nun war der Schwimmkörper im Weg. Also montierte ich ihn kurzerhand ab. Nur eines war mir klar: sollte ich einen Karpfen haken muss der Fisch um jeden Preis gehalten werden. Die Zeit verging und es geschah nichts, kein Schnurbiss, kein gar nichts. Ich wendete meine Gedanken schon anderen Sachen zu, als sich plötzlich der Bissanzeiger der Rute, die im Uferbereich abgelegt war, meldete. Wenigstens ein Schnurbiss dachte ich. Doch als ich die Schnur beobachtete bemerkte ich, dass diese immer straffer wurde. Kurzer Hand schlug ich an. Meine Vermutung war richtig Ein Karpfen hat den Köder genommen, denn meine Rute bog sich zu einem Halbkreis zusammen. Mir gelang es, den Fisch knapp unter der Oberfläche zu halten. Es war eigentlich kein Drill, sondern mehr ein ziehen. Nach 5 Minuten war alles vorbei und die Maschen schlossen sich über einen schönen Schuppenkarpfen. Mit einer Länge von 89cm und einem Gewicht von 16,20 kg konnte sich das Ergebnis sehen lassen.

    Ich fischte das ganze Jahr fast ausschließlich auf diesem Spot, ohne dass die Bisse weniger wurden. Was mich noch mehr überraschte war der Umstand das ich im November und sogar im Dezember immer meine Fische fangen konnte. Der Letzte Fisch dieses Angeljahres war nicht der größte ganz im Gegenteil (nur 3kg) aber der Schönste.

    Eigentlich fing der Herbst ziemlich schlecht an, denn eine Mandeloperation stand mir bevor. Somit war für mich der ganze September, fischereitechnisch gesehen, erledigt. Im Oktober hatten wir noch Hochwasser, das sich fast 3 Wochen hinzog. Endlich konnte ich wieder eine Futteraktion starten. Dieses Mal verzichtete ich aber auf Partikel und fütterte nur Pellets und Boilies. Diese wurden zerkleinert und mit Booster aufgepeppt. Am Sonntag, wie gewohnt besetzte ich wieder den Spot. Die Wasser Temperatur lag bei 6Grad, das mich schon überraschte .Ich legte meine Ruten im tiefen Bereich ab und fütterte ein wenig mit der Zwille nach. Es dauerte keine 20 Minuten da hatte ich schon den ersten Biss und konnte gleich einen 9kg Karpfen fangen und Kurze zeit später gleich den Zweiten, der 8kg auf die Wage brachte. Leider musste ich früher zusammenpacken als sonst .Doch für 4Stunden fischen unter solchen Verhältnissen kann man schon zufrieden sein.

    Während der Fahrt nach Hause dachte ich mir es wird wohl der letzte Ansitz des heurigen Jahres gewesen sein. Aber ich sollte mich gewaltig täuschen. Zwei Wochen später also Anfang Dezember, erzählte mir Roman, dass die Karpfen immer noch recht gut liefen. Das ist aber nichts Neues, denn solange kein Eis ist kann man noch den einen oder anderen Fisch fangen. So beschloss ich kurzerhand noch einen Versuch zu wagen. Ich verzichtete aufs anfüttern gänzlich, denn meiner Meinung nach müsste dieser Spot ein typischer Winter Spot sein. Tiefste Stelle des Gewässers auf der anderen Seite viele überhängende Sträucher und die wohl bekannte Muschelbank .Es war der 20 Dezember, Lufttemperatur minus 2 Grad und heftiger Schneefall wurde von den Wetterfröschen vorhergesagt. Um 7 Uhr baute ich meine erste Rute auf, beköderte sie mit Strobery Jam Boilies und warf sie aus. Meine Finger war schon jetzt steif, Das kann ja heiter werden, dachte ich mir. Aber weil wir Karpfenfischer noch nicht ganz verblödet, sind hatte ich mir einen Gaskocher mitgenommen.Es war eher ein Tag und Nacht Licht, aber zum Händewärmen reichte es allemal.

    Als ich mir gerade die Hände wärmte meldete sich mein Delcim ganz zögerlich. Ein Blick auf die Schnur und alles war klar: Biss! der Anschlag kam rechtzeitig und der erste richtige Winter Karpfen zappelte an meiner Leine. Schnell den Kescher zusammengebaut und der Fisch verschwand im Netz.
    Ich beköderte neu, warf wieder aus. Als ich die Zweite Rute gerade ablegen wollte pfiff die erste schon wieder ab. Es war einfach unglaublich. Bis 16 Uhr konnte ich weitere 8 Fische fangen es waren nicht die Größten aber das spielte keine Rolle. Ich telefonierte mit Roman und er konnte es nicht glauben was ich ihm da erzählte. Kurzer hand fragte er, ob ich es morgen noch ein mal probieren wolle. Er würde mich besuchen kommen.

    Am nächsten Tag war ich natürlich wieder zur Stelle. Dieses mal hatte ich aber auch Tee mitgenommen für den hohen Besuch den ich erwartete. Um 11 Uhr hatte ich den ersten Biss, leider blieb ich dieses mal zweiter, ich legte die Rute neu aus und bemerkte das es Anfing zu schneien. Wie sich später herausstellen sollte, kam der erste Wintereinbruch dieses Jahr,und ich hatte das Glück beim Fischen zu sein. Gegen 13 Uhr kam Roman, im Gebäck hatte er eine Flasche mit hochprozentigem Inhalt (für den Tee selbstverständlich). Ich stellte meinen Schirm auf, denn mittlerweile lag schon 5cm von der weißen Pracht. Wir machten es uns gemütlich und besprachen das Geschehene des letzten Tages. Durch ein Bip Bip Biiiiiiiippp wurde unser Gespräch abrubt beendet. Ich stürzte im wahrsten Sinne des Wortes zu meiner Rute, denn durch den Schnee wurde der kleine Abhang eine herrliche Rutschbahn. Der Anschlag erfolgte während der Rutschpartie, ich hätte Haltungsnote 20,0 locker verdient. Es war einfach unglaublich. Voller Wintereinbruch und ich stehe hier am Ufer und drille einen Karpfen. Der hatte wie gesagt nur 3kg, aber das ist für mich nebensächlich Hauptsache es macht Spaß.

    Um 16uhr packten wir zusammen und ließen die Karpfen in einer tief verschneiten Donauau zurück.



    Es ist nicht genug zu wissen,
    man muss auch anwenden;

    es ist nicht genug zu wollen,
    man muss auch tun.
  • Hi Tom!

    Bedanke mich für den Bericht - mach weiter so - ich sehe, dass tippen liegt dir im Blut! icon_lol
    Gruß
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