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Mein Fisch, dein Fisch, unser Fisch  Unten

  • unlängst diskutierte ich mit rasko über die so genannte scene. es ist uns aufgefallen das immer weniger auf gemeinsamkeit wertgelegt wird.
    in den meisten beiträgen list man immer nur, ich habe gedrillt, ich habe gefangen, ich habe dies, und ich habe das gemacht.
    das kleine wort wir ist anscheinen in vergessenheit geraten. wir haben dies zusammen erlebt, und wir fingen diesen fisch gemeinsam, ist eine seltenheit geworden.
    heute ist es mittlerweile schon so weit, wenn man sich einen fisch gemeinsam hart erarbeitet hat, und sich dann für ein foto in stellung schmeißst aber den fisch nicht selber gedrillt hat, das man gleich als betrüger und wichtigtuer abgestempelt wird.
    stellen wir so ein foto dann ins netz bekommst du von den so genannten kollegen noch bitter böse pns was du nicht für ars?.loch bist mit fremden fische sich zu rühmen.(rasko kann da ein lied davon singen)

    nur dass diesen umstand nur die beteiligten beurteilen können, das interessiert nur die wenigsten.
    aber so ist eben der lauf zeit, man sollte bei solchen geschichten über den dingen stehen .nur es fällt mir verdammt schwer einfach datenlos da zu stehen und ansehen zu müssen wie unser schönes hoby durch solche nichts wissenden schlecht gemacht wird.

    aus diesem grund möchte euch eine kleine geschichte erzählen. diese geschichte ist mir leider, selbst widerfahren, darum sehe ich so manche dinge, heute ganz anders.

    es ist ca 15 jahre her da lernte ich bei meinen ersten streif zügen in den donau auen einen jungen karpfenfischer kennen.
    sein name war roman, und aufgewachsen ist dieser junge in fischamend. also ein richtiger eingeborener eben.

    er lehrte mir das richtige lesen der donau, zeigte mir plätze wo man richtig gute fische fangen konnte.
    seine erfahrung beeindruckte mich immer wieder, er war einfach überall erfolgreich .so fing roman den ersten, oder den ersten offiziellen schuppi mit über 25kg am osi. ohne irgendwelche infos zu haben sahs er wie so oft zur richtigen zeit am richtigen platz.

    natürlich kam es wie es kommen musste und wir beide unternahmen den ersten turn am längsee. wir konnten zwar nur 3 fische fangen aber wir schweißten richtig zusammen.
    und so entstand eine wirklich freundschaftliche beziehung.

    sein oberstes gesetz lautete, fotografiere mich nie mit einem fremden fisch.
    ob wir in ungarn waren oder irgendwo_anders wir hielten zusammen wie pech und schwefel.
    manchmal gewannen wir gemeinsam, und oft gingen wir gemeinsam unter.
    aber bei jedem fisch zug waren wir uns einig es gibt nicht dein und mein es gibt nur unser.

    egal ob es um den abwasch ging, oder ums drillen, wir teilten freud und leid miteinander .nur wenn es ums foto vom fisch geht hatte er seinen dickkopf.

    so vergingen die jahre und unsere zeit mit einander wurde weniger und weniger. dann kam seine scheidung und sein leben nahm eine dramatische wendung.
    er wurde von einer frau, aus seiner bahn gerissen die fischerei wurde ihm egal er wollte nur diese frau und das um jeden preis.

    der kontakt zu seinen freunden zu seiner familie und zu allen andern was ihm immer heilig war? ging verloren.
    er trieftete immer weiter weg von uns (mir), bis er nicht mehr konnte. die frau konnte er nicht halten und er glaubte das er seine freunde durch sein verhalten verloren hätte.
    weihnachten vor zwei jahren rief er mich an und er erzählte mir das er nicht mehr weiter wüste.
    wir trafen uns am gleichen tag und er lies seinen gefühlen feien lauf. wir redeten stunden lang nur helfen konnte ich leider nicht.
    im sommer darauf machte er den ersten selbstmord versuch, eigentlich wollte er sich nicht töten, sondern es war nur ein hilfeschrei den keiner hörte.

    seine beziehung war endgültig gescheitert, und wir (ich) konnten ihn einfach nicht in seine gewohnte bahn zurücklenken.
    im sptember fuhren wir nach seiner therapie drei tage zum fischen es war wie in alten zeiten ich dachte er währe über den berg und ich war guten mutes. wir teilten uns alle ruten eben wie damals, nicht mein und nicht dein, unser wurde wieder groß geschrieben, und jeder kam an die reihe.

    und wieder hatte wir einen biss, ich war an der reihe schlug an und der drill begann. ich weis nicht mehr warum ich das gemacht habe, aber ich sagte zu roman , komm alter übernimm die rute und mach es zu ende.
    normal macht das roman nicht das er eine rute die schon angeschlagen wurde zu übernehmen.
    doch dieses einzige mal nahm er die rute und drillte den fisch zu ende.
    und was für einen fisch! er hatte über 20 ig kg und wir hatten beide unseren spaß daran.

    natürlich kam wie es kommen musste und so fotografierten wir uns beide mit dem fisch. es sollte der letzte große fisch in seinem noch jungen leben gewesen sein.4 wochen später war ich mit ihm noch für drei tage fischen und ich spürte wie er so neben mir im zelt lag, irgendwas stimmt mit ihm nicht.
    er war verschlossen wie nie zu vor. am sonntag fuhren wie nach hause und am montag am abend setzte er seinem leben ein ende.

    mir sind die erinnerungen geblieben und genau dieses eine foto mit einen fisch den nicht roman und nicht ich gefangen habe, sonder den haben wir zusammen gefangen.
    und genau das sind die momente im leben die man erst später begreifen kann.

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    ps
    die fotos entstanden an seinem 35igsten geburtstag, ich habe ihm eine schöne überaschung bereitet.


    big tom




    editiert von: Bigtom, 14.12.2006, 14:15 Uhr


    Es ist nicht genug zu wissen,
    man muss auch anwenden;

    es ist nicht genug zu wollen,
    man muss auch tun.
  • @ Big Tom

    Ein sehr bewegender Beitrag!


    Im Alter bereut man vor allem die Sünden, die man nicht begangen hat!
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